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Geschichtliche Entwicklung

Was lange währt ..... – wird es endlich gut?
Der Werdegang der A 46 in fast 50 Jahren

Die Autobahnplanung hat eine lange und wechselvolle Geschichte hinter sich, die bereits in den 1950er Jahren ihre Anfänge hatte. Schon damals war absehbar, dass die B 7 auf Dauer ihrer Funktion als „Lebensader des Sauerlandes“ nicht mehr gerecht werden würde. Im folgenden Jahrzehnt wurden deshalb Planungen für eine teilweise vierspurige Ersatz-Bundesstraße aufgenommen. Aus ihr entstand im weiteren Verlauf die Gesamtplanung einer A 46 zwischen Hagen und Brilon.

Der erste Abschnitt wurde 1976  - aus heutige Sicht schon sehr früh - mit dem Teilstück vom Autobahnkreuz Hagen/A 45 bis östlich des Seilersees mit der Anschlussstelle Hemer freigegeben.

 

Hemer-Menden
Zwei Jahre zuvor war die Linie für den sich anschließenden Abschnitt von Hemer nach Menden förmlich bestimmt worden. Sie sieht eine Führung am nördlichen Stadtrand von Hemer mit einer Untertunnelung des Wohngebietes am „Stübbeken“ vor. Im weiteren Verlauf ist eine Anschlussstelle an der B 7 an der sog. Edelburg (Standort Fa. Grohe) vorgesehen, ehe das Hönnetal zwischen Menden und Lendringsen mit einer Brücke überspannt wird. Alternativ gibt es Überlegungen, die Hönne auch mit Hilfe eines Tunnels zu unterqueren. Weiter östlich wird in der Nähe des Waldfriedhofes ebenfalls über eine Tunnelführung nachgedacht.   Nachdem bereits die Vorplanung der beiden Tunnel unter dem Hemeraner Stadtteil Stübbeken begonnen hatten, legte die Landesregierung NRW im September 2011 angesichts sinkender Mittel für den Neu- und Ausbau eine Priorisierungsliste für Straßenbauvorhaben u.a. auch aus dem Bundesbedarfsplan vor. Nach den Kriterien der zügigen Umsetzbarkeit und der allgemeinen Akzeptanz von Ort legte die Regierung in dieser Priorisierungsliste fest, dass der Abschnitt Hemer bis Menden des Lückenschlusses der A 46 weitergeplant werden sollte, während die Planung des östlichen Abschnitts zwischen Menden und Neheim ruhend gestellt wurde.

Verlauf und Netzwirkungen der A 46 zwischen Hagen und Brilon (schematische Darstellung)

Menden-Neheim
Das Teilstück von Menden nach Arnsberg-Neheim hat gerade in jüngerer Zeit für besondere Aufmerksamkeit gesorgt. Auch hier ist eine Linienführung bereits in den 1970er Jahren festgelegt worden. Sie verlief mitten durch den ökologisch  wertvollen Luerwald westlich von Vosswinkel und sollte im Bereich des sog. Binnerfeldes in Neheim zur A 445 geführt werden.  Mittlerweile sind sich jedoch Gegner und Befürworter darüber einig, dass diese Linie aus ökologischer und städtebaulicher Sicht nicht mehr weiterzuverfolgen ist.  Seit Ende der 1980er Jahre wird deshalb nach einer neuen Linienführung unter Umgehung des Luerwaldes  und mit einer Anbindung  an die A 445 im Gemeindedreieck Arnsberg/Wickede(R.)/Ense gesucht. Als Ergebnis einer Umweltverträglichkeitsstudie und unter Einbeziehung städtebaulicher und verkehrlicher Gesichtspunkte wurde ein konfliktarmer Korridor ermittelt, aus dem sich eine Linie 6a/b als scheinbar optimal ergab. Mit ihr sollte der Luerwald nördlich umgangen und im Bereich des Rolandsbogen im Ruhrtal an die Autobahn angebunden werden. Nördlich von  Vosswinkel war zum Teil eine Tunnelführung vorgesehen und das Arnsberger Industriegebiet „Gut Nierhoff“ sollte eine eigene Anschlussstelle erhalten.

Bis Ende der 1990er Jahre schien dies die konfliktärmste Trasse mit dem größten Maß an politischer Zustimmung zu sein. Dann kam jedoch die Europäische Vogelschutzrichtlinie zur Anwendung. Sie führte dazu, dass ein Brutpaar des seltenen Schwarzstorchs im nördlichen Teil des Luerwaldes in den Mittelpunkt der Planungen rückte. Eine Verträglichkeitsprüfung (FFH-VP) der Autobahnplanung mit dem Schutz des Brutplatzes und des Nahrungshabitats musste her. In ihr wurde der Frage nachgegangen, ob die Autobahn künftig den Brutplatz im Luerwald von den Nahrungsquellen an den  Bachsystemen jenseits der Autobahn abtrennt. Ergebnis: Diese Trennwirkung ist zwar nicht unbedingt wahrscheinlich, aber eben auch nicht „mit der erforderlichen Sicherheit“ auszuschließen. Aufgrund dieser Unsicherheiten wurde die Planung vorsorglich als unzulässiger, weil erheblicher Eingriff in ein Vogelschutzgebiet gewertet. Er ist nur dann zulässig, wenn es zu der Planung keine verträglicheren Alternativen gibt.  Die danach notwendige Alternativenprüfung folgte mit einer Erweiterung des Untersuchungsraumes für weitere Varianten nach Norden. Dabei wurde eine neue Linie 12 mit einem Verlauf zwischen den Wickeder Ortsteilen Wimbern und Echthausen erarbeitet, aus der schließlich weitere Unter-Varianten 13-15 entwickelt wurden. Gegen alle diese Alternativen entwickelten sich nun neue und erhebliche Widerstände bei Naturschützen und Teilen der Bevölkerung in Wickede/Ruhr und Ense.

Seit November 2009 liegt nun eine Umweltverträglichkeitsstudie für diesen Korridor vor. Ihr Fazit: Es gibt zwar keinen konfliktarmen Korridor, gleichwohl aber ist eine Linienführung in dem schwierigen Abschnitt zwischen Menden und der A 445 machbar. Sowohl die Variante 12 wie auch die Variante 15 könnten nach Aussage der Umweltverträglichkeitsstudie (UVS) umgesetzt werden. Damit würden nun die notwendigen Erkenntnisse vorliegen, um das Linienbestimmungsverfahren in diesem Abschnitt nun endlich abzuschließen. Allerdings hat die Landesregierung NRW im Zuge der im September 2011 verkündeten Priorisierungsliste die Planung dieses Teilstücks ruhend gestellt, so dass zurzeit keine Planungsarbeiten erfolgen. 

(Werl) – Neheim - Bestwig
Zwischen Neheim und Bestwig sind nach und nach immer wieder einzelne Teilabschnitte der Autobahn unter Verkehr gegangen, darunter auch die A 445 als Anbindung nach Norden an die A 44 und die A 2. In der topografisch und ökologisch schwierigen Situation im engen oberen Ruhrtal ergaben sich hier für die Planer besondere Herausforderungen. Die Ortslagen  von Arnsberg, Oeventrop/Freienohl und Meschede mussten jeweils am gegenüberliegenden Talhang passiert werden. So wurden zwei Großbrücken gebaut, die weite Teile des Tales mit der Ruhr, der Oberen Ruhrtalbahn und der früheren Bundesstraße 7 überspannten. Im Arnsberger und Mescheder Stadtgebiet führt die Autobahn in Tunnellage mitten unter den  Ortsteilen Uentrop und Olpe hindurch. So sind nachhaltige Impulse für die Ortskernentwicklung gesetzt worden: In Olpe vermarktet die Stadt Meschede nun ein hochwertiges Baugebiet für Einfamilienhäuser direkt an der Autobahntrasse. In Olpe entstand eine Grünfläche mit Sport- und Freizeitanlagen.

Wo ist die Autobahn? Tunnelüberdeckelung in Meschede-Olpe (l.) und Arnsberg-Uentrop (Foto: Frye)

 

Den Werdegang der Autobahn in diesem Abschnitt zeigt die folgende Übersicht:

Bauabschnitt

Länge
in km

Baukosten
in Mio. €

Verkehrs-
freigabe

Werl Nord – Wickede(Ruhr)

5,7

20,2

1972/73

Wickede(Ruhr) – Arnsberg-Neheim

9,0

56,5

1984

Neheim – Hüsten

3,9

29,6

1987

Hüsten – Uentrop

8,4

85,8

1991

Uentrop – Freienohl

4,7

73,3

2003

Freienohl – Wennemen

4,7

88,9

1999

Wennemen – Meschede

7,1

35,3

1988

Meschede – Bestwig

5,5

62,6

1985

 

Bestwig-Velmede - Nuttlar
Am 04. September 2009 erfolgte der 1. Spatenstich für den Weiterbau am heutigen Ostende bei Bestwig-Velmede. Hier wird die Autobahn in gerader Verlängerung auf der Nordseite des Ruhrtales an Velmede, Bestwig und Nuttlar vorbeigeführt. Wegen des hohen Bauaufwands mit u.a. der höchsten Autobahnbrücke in NRW (Talbrücke Hameke mit 115 m Höhe) muss mit einer Bauzeit von etwa 7 Jahren gerechnet werden. Für die 5,6 km Autobahn und den  2,4 km langen Zubringer zur B 480 werden 110 Mio. € Investitionen veranschlagt.

In gerader Verlängerung des heutigen Ende soll die A 46 am Nordhang um Bestwig geführt werden (Foto: Frye)


Nuttlar – Brilon/Winterberg
Östlich von Nuttlar verzweigen sich die Verkehrsströme. Deshalb ist die Fortführung Richtung Brilon und weiter über Alme und Bad Wünnenberg bis zum Autobahnkreuz Wünnenberg/Haaren (A 44/A 33) als Bundesstraßenlösung B 7/B 480 n vorgesehen. Geplant ist hier eine kreuzungsfreie Trasse mit zusätzlicher wechselseitiger Überholspur.  Richtung Süden wird der Verkehr vom A 46-Ende künftig über die B 480 Ortsumgehung von Olsberg und weiter nach Winterberg und Hessen geführt. Diese Umgehung ist im Bau und wird voraussichtlich in  der 2. Jahreshälfte 2010 freigegeben. 

Bundesverkehrswegeplan (BVWP) 2015
In den zurückliegenden Bundesbverkehrswegeplänen ist der Lückenschluss der A 46 zwischen Hemer und Neheim im vordringlichen Bedarf verankert.
Für 2015 ist die Novellierung des BVWP vorgesehen. Die vorbereitenden Arbeiten haben schon begonnen. Die Länder sind vom Bund aufgefordert worden, wichtige Projekte im Straßen-, Schienen- und Binnenschifffahrtsbereich zur Bewertung anzumelden. Die Bezirksregierungen wurden beauftragt, bei den Kommunen und Kreisen die gewünschten Projekte abzufragen. Die Regionalräte hatten dann über die erstellten Projektlisten zu entscheiden.
Der Lückenschluss der A 46 als vierspuriger Autobahnneubau war Bestandteil der Projektliste, die fast einstimmig den Regionalrat der Bezirksregierung Arnsberg passierte. Dennoch zögerte die Landesregierung, das Projekt in Berlin zu melden.
Verkehrsminister Groschek lud die beteiligten Gruppen zu Sondierungsgesprächen nach Düsseldorf ein. Dort einigte man sich darauf, drei Varianten des Lückenschlusses anzumelden:
1. der Ausbau des Lückenschlusses auf der gesamten Länge als vierspurige Autobahn
2. der Ausbau des Lückenschlusses von Hemer bis Wickede als vierspurige Autobahn, ab da aufgrund geringerer Verkehrszahlen als 2+1 Bundesstraße
3. die Netzlösung, die auf die Optimierung des bestehenden Straßennetzes setzt.
Neben diesen Meldungen des Landes haben auch die Naturschutzverbände ihre Netzlösung noch einmal als Antrag Dritter gemeldet. Diesem Beispiel folgten auch der Hochsauerlandkreis, der Verkehrsverband Westfalen sowie die IHKs Arnsberg und Hagen und meldeten ihrerseits den vierspurigen Autobahnbau auf der Gesamtlänge als Dritte an.
Mit einer endgültigen Bewertung aller gemeldeten Projekte beim Bund ist nicht vor Ende 2014 zu rechnen.


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